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Im Frühling an Insekten denken

Freising.

+++ Mehr Artenvielfalt auf den Feldern nötig +++ Biogasanlagen können auch Wildpflanzen vergären +++ Zusammensetzung der Saatgutmischung entscheidend +++

Mit dem heutigen Frühlingsanfang beginnt die Zeit der Aussaat. Sowohl in der Landwirtschaft als auch bei den Hobbygärtnern und auf den Balkonen. Viele wünschen sich bunte und artenreiche Blühflächen. Um den Insekten wirklich zu helfen, kommt es aber nicht nur auf Quantität an, sondern vor allem auf Qualität. Ob eine Wildpflanzenmischung tatsächlich insektenfreundlich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Untersuchungen hierzu haben ergeben, dass neben einer großen Artenvielfalt die richtige Mischung aus ein- und mehrjährigen Pflanzen wichtig ist. Diese müssen miteinander verträglich sein. Eine zu dominante Art gefährdet das Gleichgewicht und kann zu Monokulturen führen. Die Aussaatfläche sollte unkrautfrei und feinkrümelig sein und keine Grassamen aufweisen.

Ein gutes Beispiel ist das Wildpflanzenprojekt in Rhön-Grabfeld, wo Landwirte zusammen mit Umweltschutzverbänden seit mehreren Jahren praktischen Insektenschutz betreiben. Die Blühflächen können im Herbst als Substrat für Biogasanlagen geerntet werden. Der Hauptertrag ist in diesem Fall allerdings der Artenschutz. Die Wildpflanzenmischung in der Rhön besteht aus 30 verschiedenen Arten, die sich sowohl für Insekten und Kleintiere als auch für die Energiegewinnung in Biogasanlagen eignet. Der Mix besteht aus einjährigen Pflanzen wie dem Hanf oder der Sonnenblume, mehrjährigen wie der Eselsdistel und der Klette sowie Staudengewächsen, u.a. Stockrosen und Rainfarn.

„Das große bundesweite Interesse am Thema Artenvielfalt hat nicht zuletzt die enorme Beteiligung am Volksbegehren in Bayern gezeigt. Den Menschen liegt der Schutz unserer Lebensräume und damit auch das Überleben der Insekten am Herzen“, sagt Dr. Claudius da Costa Gomez, Hauptgeschäftsführer im Fachverband Biogas e.V., und ergänzt: „Deshalb sollten bei diesem wichtigen Thema auch alle an einem Strang ziehen.“

„Bauern müssen von ihrer Arbeit leben können; daher muss neben der ökologischen auch die ökonomische Seite stimmen“, betont da Costa Gomez. Wildpflanzen können zwar am Ende des Sommers in Biogasanlagen vergoren und in klimafreundliche Energie umgewandelt werden. Die Gasausbeute ist allerdings viel geringer als beispielsweise beim Mais. „Daher macht es Sinn, den Anbau von Blühpflanzen in Ergänzung zum Anbau von Getreide, Raps, Zuckerrübe oder Mais systematisch zu fördern. Damit wir künftig überall im Land bunt blühende Insektenweiden sehen“, fordert der Agrarwissenschaftler. Eine entsprechende Änderung der Agrarförderung sieht er als eine mögliche Option.

Darüber hinaus kann jeder einzelne etwas tun: auch im Garten oder auf dem Balkon können Wildpflanzenmischungen ausgesät werden. „Und eine Wiese mit Gänseblümchen und Löwenzahn sieht doch viel schöner aus als die Roboter gestutzte Grasmonokultur“, findet da Costa Gomez. Wer gar keine eigene Fläche hat könne beispielsweise über den „Bienenstrom“ seinen Beitrag leisten



Kontakt:
Fachverband Biogas e.V.
Andrea Horbelt
Pressesprecherin
Tel. 0 81 61 / 98 46 63
Mail: andrea.horbelt@biogas.org
Fachverband Biogas e.V.
Mareike Fischer
Fachreferentin Politische Kommunikation und International
Tel. 030 / 27 58 179 22
Mail: mareike.fischer@biogas.org