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Biogasbranche sieht gute Perspektiven, aber noch keine konkreten Verbesserung der Rahmenbedingungen

Freising.

29. BIOGAS Convention & Trade Fair: Stabile Teilnehmerzahlen, großes internationales Interesse, zunehmender Optimismus bei Ausstellern und Besuchern

Der Fachverband Biogas e.V. zieht eine positive Bilanz seiner 29. BIOGAS Convention & Trade Fair, die vom 10. bis 12. Dezember 2019 auf dem Messegelände in Nürnberg stattgefunden hat. Mit rund 5.300 Besuchern liegt die Teilnehmerzahl auf dem Niveau der letzten Veranstaltung vor zwei Jahren. Jeder achte Besucher kam aus dem Ausland, die meisten davon aus dem europäischen, einige aus Afrika.

Die Ausstellungsfläche lag mit 5.200 m
2 etwas unter dem Wert von 2017 (5.400 m2), was der Umplanung in Halle 9 geschuldet war. So wurden unter anderem die beiden Vortragsforen von 2017 zu einem großen Fachforum zusammengefasst. „In den Messehallen konnte man eindrucksvoll die Innovationskraft sehen, die in der Branche steckt“, erklärt der Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Dr. Claudius da Costa Gomez. Die ausstellenden Firmen waren sowohl mit der Quantität als auch mit der Qualität der Messebesucher sehr zufrieden. Auf der Fachmesse sei wenig Laufkundschaft unterwegs, die Besucher wüssten genau, wovon sie sprechen und was sie benötigen, so die überwiegende Meinung der Aussteller.

Generell dominierte an den drei Tagen sowohl bei den Firmen als auch bei den Betreibern ein skeptischer Optimismus. Im Jahr 2019 wurden für die Branche durchaus positive Weichen gestellt, die nun 2020 umgesetzt werden müssen.

Wohin die Reise geht machte Frank Bonaldo, Referatsleiter „Energiewende in der Mobilität; Kraftstoffmärkte“ aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, in seinem Impulsvortrag deutlich. Die Chancen seien größer als die Herausforderungen und Risiken, versicherte der Politiker den rund 250 Zuhörern im Plenum. Die Zukunft allerdings liege nicht in der Verstromung, sondern im Verkehr. „Biomethan wird im nächsten Jahr einer der Schwerpunkte in der energiepolitischen Offenbarung des Bundeswirtschaftsministeriums sein“, prophezeite Bonaldo.

„Wir können auch Biomethan!“, versicherte Horst Seide in seinem anschließenden Referat. Dies sei für die Branche keine technische Herausforderung mehr. Er erklärte den Zuhörern, dass die Währung der Zukunft nicht mehr die Kilowattstunde, sondern CO
2 sei. „Die CO2-Förderung wirkt schon heute“, so der Präsident weiter, „wenn wir unser Biomethan vertanken.“

Dass Biogas auch bei der Verstromung mehr kann als nur Kilowattstunden zur Verfügung zu stellen machte Dr. Ludger Eltrop vom Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Universität Stuttgart in seinem Plenarvortrag deutlich. Er rechnete den monetären Wert vor, den die planbare Stromeinspeisung aus Biogas in unserem zukünftigen Energieversorgungssystem haben kann.

In den Workshops wie auch im Fachforum wurden die vielfältigen Möglichkeiten der Biogastechnologie von den Teilnehmern der BIOGAS Convention sehr interessiert aufgenommen. Neben Biomethan waren auch die Themen Flexibilisierung der Strom- und Wärmebereitstellung, Gülle und BHKW sowie das englischsprachige Innovations-Forum stets sehr gut besucht.

Am Abend des zweiten Tages verleiht der Fachverband Biogas traditionell seine Dr.-Heinz-Schulz-Ehrenmedaille an eine verdiente Persönlichkeit der Biogas-Branche. In diesem Jahr wurde Prof. Dr. Andreas Gronauer von der Universität für Bodenkultur in Wien geehrt. Andreas Gronauer war von 1998 bis 2013 Mitglied im Präsidium des Fachverbandes Biogas und hat sich auch in seiner früheren Funktion als Abteilungsleiter „Energie- und Umwelttechnik“ an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft mit viel Engagement für die Biogastechnologie eingesetzt.

„Wir haben mit Biogas zwar einen bunten Strauß an Möglichkeiten – aber die administrativen Auflagen und die politische Unsicherheit, wohin die Reise gehen soll, bremsen uns massiv aus“, resümiert da Costa Gomez. „Dennoch geht der Blick nach vorne und wir erwarten in der ersten Jahreshälfte 2020 konkrete Entscheidungen in den anstehenden Gesetzesvorhaben, insbesondere beim EEG, damit Biogasanlagenbetreiber die anstehenden Investitionen nicht nur planen sondern auch finanzieren können
.“ Sonst bestehe die Gefahr, dass funktionstüchtige Biogasanlagen ab 2021 zurückgebaut werden und damit ein wesentlicher Teil der klimafreundlichen Energieversorgung nicht mehr zur Verfügung stehen wird, mahnt der Hauptgeschäftsführer.

www.biogas-convention.com


Kurzinfo Fachverband Biogas e.V.
Der Fachverband Biogas e.V. vertritt die Biogasbranche im Dachverband der Erneuerbaren Energien, dem Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) e.V. Mit über 4.700 Mitgliedern ist er Europas größte Interessenvertretung der Biogasbranche. Der Fachverband Biogas e.V. setzt sich bundesweit ein für Hersteller und Anlagenbauer sowie landwirtschaftliche und industrielle Biogasanlagenbetreiber.
www.biogas.org


Kontakt:
Fachverband Biogas e.V.
Andrea Horbelt
Pressesprecherin
Tel. 0 81 61 / 98 46 63
Mail: andrea.horbelt@biogas.org
Fachverband Biogas e.V.
Mareike Fischer
Fachreferentin Politische Kommunikation und International
Tel. 030 / 27 58 179 22
Mail: mareike.fischer@biogas.org