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Regionalgruppentreffen Süd-/Ostwestfalen

Erwitte.

„Die fünffache Überbauung kann Sinn machen!“

Am Aschermittwoch lud der Fachverband Biogas e.V. zum Regionalgruppentreffen Süd-/Ostwestfalen ein. Die Veranstaltung begann auf dem Gut Brockhof, wo Holger Tägder eine 560 kW Biogasanlage betreibt. Zusammen mit dem Ingenieurbüro Energethik aus Osnabrück hat Herr Tägder, die Flexibilisierung seiner Anlage geplant. Es wurden zusätzlich 2 MW Leistung installiert. „Ich wollte eine Anlage, die wirtschaftlich und technologisch zukunftsfähig ist“, so Tägder. Der Druck jetzt aktiv zu werden war nicht so groß wie bei anderen Anlagen, immerhin geht die EEG-Vergütung noch bis zum Jahr 2030. Aber es können so die vollen 10 Jahre Flexprämie in Anspruch genommen werden. „Wir haben es durchrechnen lassen und es ist ein rentables Model entstanden,“ so Tägder. Die fünffache Überbauung kann also funktionieren, ist aber nicht für jeden Standort und jede Biogasanlage geeignet. Die Anlage befindet sich derzeit noch mit der Flexibilisierung in der Testphase.
Nach der Anlagenbegehung fand im Café Gerling in Bad Wersternkotten die Vortragsveranstaltung statt. Regionalgruppensprecher Südwestfalen Gregor Bürger Westerfeld begrüßte die rund 30 Gäste. Holger Tägder wurde im Anschluss als Betreiberratssprecher für die Regionalgruppe Südwestfalen gewählt.
Den Start der Vortragsreihe läutete der Vizepräsident des Fachverbandes Biogas e.V. Hendrik Becker ein. Sein Vortrag über das Ausschreibungsmodell und die Zukunft der Biogasbranche ließ einen Betreiber zu einem bissigen Kommentar verleiten: „16,9 Ct/kWh sind zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel!“ Hendrik Becker brachte es wiederum auf den Punkt: „Sehen Sie diese Zahl nicht in Stein gemeißelt! Wir haben den Fuß in der Tür und der Fachverband wird alles dafür tun, damit die Bestandsanlagen weiter existieren können!“
Der zweite Vortrag am Tag stammte vom Regionalreferenten West Ulrich Drochner. Hier ging es u.a. um die Konformitätserklärung, Stromsteuer und die EEG-Umlage. „Schauen Sie auf Ihre Abrechnungen. Wenn Sie mehr eingespeist haben als es Ihre Höchstbemessungsleistung zulässt, dann kann es passieren, dass Ihnen der zu viel eingespeiste Strom mit den Vergütungsstufen verrechnet wird, betonte Drochner. Es gibt dazu eine Clearingstellenentscheidung und Westnetz vollzieht dies in der Praxis. Des Weiteren wies Drochner auf die teilweise falsch zu Grunde gelegten Trafoverluste bei der Einspeisung hin. „Die Netzbetreiber gehen von Schätzwerten von 1,5 bis 1,8% Trafoverlusten aus. Die tatsächlichen Trafoverluste liegen meistens weit drunter. Lassen Sie sich die niedrigeren Verluste vom Elektriker bestätigen.“