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Feldtag in Grub: Biogassubstrate nachhaltig und effizient erzeugen

Grub bei Poing.

Boden, Wasser und Energiepflanzenvielfalt – Biogassubstrate nachhaltig und effizient erzeugen

Um in Biogasanlagen möglichst nachhaltig Energie zu erzeugen und diese in Strom und Wärme umzuwandeln, müssen die dafür benötigten Substrate umweltschonend und zugleich effizient erzeugt werden. Darum muss ein besonderes Augenmerk auf den Gewässer- und Bodenschutz gelegt werden. Unterschiedliche Strategien hierzu zeigten Praktiker und Forscher auf einem Feldtag in Grub bei Poing.

Die Informations- und Demonstrationszentren Energiepflanzenanbau luden in Kooperation mit dem Fachverband Biogas e.V. am Mittwoch, den 13. September, interessierte Besucher zu einem Feldtag auf den Versuchsfeldern in Grub bei Poing ein. An diesem Ort forscht das Institut für Pflanzenanbau und Pflanzenzucht der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) bereits seit mehreren Jahren an nachhaltigen Biogasfruchtfolgen. „Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, Biogassubstrate nachhaltig und effizient zu erzeugen“ erklärte Maria Bär, Projektkoordinatorin für Biomasse an der LfL. „Neben Dauerkulturen wie der Durchwachsenen Silphie sind es vor allem klassische ackerbauliche Kulturen in Kombination mit förderfähigen Greening-mischungen zum Zwischenfruchtanbau, die für Landwirte von großem Interesse sind“ so Bär.

Dauerkulturen zur energetischen Nutzung
Zu Beginn der Veranstaltung wurden bei einer Feldführung unterschiedliche Strategien zur gewässer- und bodenschonenden Erzeugung von Biogassubstraten präsentiert. Vielversprechend für den Boden- und Gewässerschutz zeigen sich Dauerkulturen, wie beispielsweise die Durchwachsene Silphie, Miscanthus oder das Riesenweizengras. „Sie bedecken den Boden nahezu das ganze Jahr über. Mit ihren tiefen Wurzeln schützen sie den Boden und vermeiden Erosion“ erklärte Ulrich Deuter vom TFZ Straubing.

Zwischenfruchtanbau für Greening und Biogas
Besonders interessiert waren die Besucher an den LfL-Versuchen zum greeningfähigen Zwischenfruchtanbau, die von Dorothea Hofmann vorgestellt wurden: „Zwischenfrüchte sind in der Landwirtschaft seit vielen Jahren gängige Praxis und werden in erster Linie zur Bodenverbesserung eingesetzt“. Die Auflagen zur Greeningprämie haben das Thema erneut präsent gemacht.

Düngeverordnung und Zwischenfruchtanbau
Der Nachmittagsteil startete mit einem Vortrag von Georg Friedl vom Fachverband Biogas e.V., der über die Vorgaben und Herausforderungen der neuen Düngeverordnung berichtete. Er betonte, „dass eine vielfältige Fruchtfolge und der Anbau von Dauerkulturen die Einhaltung der neuen Ausbringfristen und der neuen Vorgaben an die Lagerkapazität erleichtern kann.“

Bodenfruchtbarkeit erhalten
Wie wichtig die Bodenfruchtbarkeit für jeden Landwirt ist, erläuterte Max Stadler vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfaffenhofen/Ilm. „Die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit ist die Voraussetzung für eine ökologisch und ökonomisch nachhaltige Landbewirtschaftung. Einseitige Fruchtfolgen, schwere Maschinen, die Zunahme von Wetterextremen und Erosion sind eine Herausforderung für die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit. Der Anbau von vielfältigen Zwischenfruchtmischungen und eine reduzierte Bodenbearbeitung fördern die biologischen und chemischen Abläufe im Boden.“

Boden- und Wasserschutz in der Praxis
Wie Bodenschutz in der Praxis funktioniert erklärte Stephan Obermaier, praktizierender Landwirt und Wasserberater am AELF Straubing. „Der Schlüssel zu einem optimalen Gewässerschutz in der Praxis ist ein fruchtbarer und geschonter Boden. Ein solcher Boden besitzt eine gut krümelige und stabile Struktur mit einer hohen Anzahl an Bodenlebewesen und nahezu ständigem Bewuchs. Diese Punkte ermöglichen eine schnelle Wasseraufnahme und Speicherung von Niederschlägen und in Kombination mit dem Bewuchs wird Erosion verhindert.“ Um diesen Zustand auf seinem eigenen Betrieb zu erreichen und im Frühjahr genügend Mulch für den Erosionsschutz in Reihenkulturen zu haben, sät Obermaier selbst seit über 30 Jahren verschiedenste Zwischenfrüchte an. Zudem bewirtschaftet Obermaier pfluglos. Diese Maßnahmen führten über die Jahre hinweg zu einem Boden mit hervorragender Struktur, in dem bis zu 250 Regenwürmer/m² leben und der Starkniederschlagsereignisse von bis zu 50l/m² ohne Erosion „verdauen“ kann.



Kurzinfo zum LfL-Projekt Informations- und Demonstrationszentren Energiepflanzenanbau
Seit vielen Jahren laufen an den bayerischen Forschungseinrichtungen Versuche zu Energiepflanzen. 2013 haben sich drei Einrichtungen entschieden, ihre Ergebnisse zu bündeln und in anschaulicher Form der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Dadurch ist das Projekt „Informations- und Demonstrationszentrum Energiepflanzenanbau“, welches durch die Arbeitsgruppe Biomasse an der LfL koordiniert wird, entstanden. Im Zuge dessen wurden bayernweit neun Standorte an öffentlichen, landwirtschaftlichen Einrichtungen etabliert, die eine Vielfalt an Energiepflanzen demonstrieren.
Projektbeteiligte Forschungseinrichtungen sind:
  • Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Freising
  • Bayerische Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) Veitshöchheim
  • Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ) Straubing


Kurzinfo Fachverband Biogas e.V.
Der Fachverband Biogas e.V. vertritt die Biogasbranche im Dachverband der Erneuerbaren Energien, dem Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) e.V. Mit rund 4.800 Mitgliedern ist er Europas größte Interessenvertretung der Biogasbranche. Der Fachverband Biogas e.V. setzt sich bundesweit ein für Hersteller und Anlagenbauer sowie landwirtschaftliche und industrielle Biogasanlagenbetreiber.
Fachverband Biogas e.V.

Alexander Knebel


Pressesprecher Politik
Tel. 030/2758 179 21
Mail: alexander.knebel@biogas.org

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)
Maria Bär
Projektkoordinatorin
Tel.: 08161 71 4487
Mail: Maria.Baer@LfL.Bayern.de