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Erntedank für saubere Energie

Berlin / Freising.

+++ In diesen Tagen wird die Maisernte eingebracht +++ Feiertag im Zeichen des Klimawandels +++ Gunstregion Mitteleuropa mit besonderer Verantwortung +++ Aber auch deutsche Regionen von Missernten betroffen +++

In diesen Tagen haben Deutschlands Landwirte mit der Ernte der noch auf dem Feld stehenden Ackerkulturen begonnen. Der Mais wird gedroschen oder gehäckselt, Mais und Zuckerrüben gerodet. Für die im Frühjahr ausgesäten Feldfrüchte, die teilweise auch als Energiepflanzen in Biogasanlagen und als nachwachsende Rohstoffe in der Industrie zum Einsatz kommen, erwarten die Landwirte im bundesdeutschen Mittel eine gute Ernte, auch wenn z.B. an der Nordseeküste Sturm Sebastian seine Spuren hinterlassen hat. „Die jüngsten Verwüstungen durch Wirbelstürme und Überflutungen in Südostasien und der Karibik, aber auch Missernten in einzelnen deutschen Regionen, führen uns vor Augen, wie dankbar wir für eine gute Ernte sein dürfen, die nicht nur gesunde Nahrungsmittel, sondern auch saubere Energie für die Bürger liefert. Unsere Gunstlage in Mitteleuropa muss Ansporn sein, die Arbeit für Klimaschutz und Ressourcenschonung im Land und auf den Höfen weiter zu verstärken“, erklärt der Präsident des Fachverbandes Biogas, Horst Seide.

Deutschlands Biogasanlagenbetreiber greifen neben Abfällen und Reststoffen auf eine zunehmende Vielfalt an Energiepflanzen zurück. Neben dem Mais werden Alternativen wie der Korbblütler Durchwachsene Silphie, aber auch Rüben und Gras, immer wichtiger für die Versorgung der Vergärer, die Strom, Wärme und sauberen Kraftstoff liefern. Jüngstes Beispiel: Laut Schätzungen des Fachverbandes Biogas bauten Deutschlands Energie-Landwirte die Durchwachsene Silphie - eine Dauerkultur - 2017 bundesweit bereits auf 1.700 Hektar an, das bedeutete mehr als eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr. Andere alternative Energiepflanzen beanspruchen schon größere Flächen. „Wir rechnen mit einer weiteren dynamischen Ausdehnung der Anbaufläche alternativer Energiepflanzen in den nächsten Jahren. Dafür benötigt die Branche in der kommenden Legislaturperiode eine Zukunftsperspektive, welche die Rolle der Bioenergie für die Stabilität des Energiesystems verankert“, betont der Präsident und niedersächsische Landwirt Horst Seide.

Das Energiekonzept der Bundesregierung zur Verwirklichung der Energiewende schreibt der Bioenergie weiterhin eine wichtige Rolle zu. So geht die Bundesregierung davon aus, dass sich der Primärenergieverbrauch bis 2050 halbiert und die Bioenergie dann in der Lage sein könnte, mehr als ein Viertel des verbleibenden Bedarfs, nämlich gut 1.900 Petajoule (PJ) zu decken. „Selbst bei Ausschöpfung bisher ungenutzter Potenziale an Rest- und Abfallstoffen benötigen wir auch weiterhin umweltfreundlich erzeugte Energiepflanzen“, betont Seide. Weiterhin wichtigste Energiepflanze in Deutschland ist der Mais. Über alle Verwertungszwecke hinweg – vom Tierfutter bis zum Lebensmittel – wird Mais laut aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes 2017 in Deutschland auf 2,52 Millionen Hektar angebaut. Das entspricht einem Rückgang um 1,3 % gegenüber dem Vorjahr. Die Energiemaisfläche wird vom Deutschen Maiskomitee auf etwa 950 000 Hektar geschätzt. Auf Mais entfallen damit knapp 40 Prozent der deutschen Gesamtfläche an Energiepflanzen, die sich über den Raps und Getreide bis hin zur Rübe erstreckt.

Mittelfristig weniger Mais
In vielen Fruchtfolgen im Ackerbau ist der Mais ein wichtiges Glied. Wie andere Ackerkulturen, kann er umweltfreundlich angebaut werden. „Das schulden wir dieser ertragreichen Pflanze auch, ganz im Sinne des Erntedank“, erklärt der Verbandspräsident. Er geht gleichzeitig davon aus, dass die Bedeutung von Mais für die deutsche Biogasbranche in den kommenden Jahren schrittweise abnehmen wird; zum einen aufgrund des Vordringens alternativer Energiepflanzen, zum anderen aufgrund der Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), das den Anteil von Mais am Mix im Fermenter heute schon für Neuanlagen auf 50 Prozent begrenzt und bis 2021 auf 44 Prozent reduziert. „Die Biogas-Branche stellt sich den neuen Anforderungen. Damit wir künftig eine reiche Ernte an Strom, Wärme und Kraftstoff einbringen können, benötigen wir allerdings auch in der nächsten Legislaturperiode sinnvolle Rahmenbedingungen. Dazu gehören Nachbesserungen bei den Bioenergie-Ausschreibungen“, fordert Seide.

Kurzinfo Fachverband Biogas e.V.
Der Fachverband Biogas e.V. vertritt die Biogasbranche im Dachverband der Erneuerbaren Energien, dem Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) e.V. Mit rund 4.800 Mitgliedern ist er Europas größte Interessenvertretung der Biogasbranche. Der Fachverband Biogas e.V. setzt sich bundesweit ein für Hersteller und Anlagenbauer sowie landwirtschaftliche und industrielle Biogasanlagenbetreiber. www.biogas.org
Dipl.-Ing. Andrea Horbelt
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Alexander Knebel
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