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Eine Branche im steten Wandel

Freising.

+++ Größte reine Biogasfachmesse der Welt vom 12.-14.12. in Nürnberg+++ Flexibilisierung und Effizienzsteigerung statt Neubau +++ Wachsende internationale Nachfrage nach deutschem Know-How +++

. „Das Einzige, was in der Biogasbranche konstant ist, ist der Wandel.“ Mit diesen Worten beschreibt der Hautgeschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Dr. Claudius da Costa Gomez, die Situation seiner Branche einen Monat vor der 27. Jahrestagung – die mittlerweile BIOGAS Convention & Trade Fair heißt.

Rund 225 Aussteller werden vom 12. bis 14. Dezember in Nürnberg ihre neuesten Produkte und Dienstleistungen vorstellen. Damit ist die Ausstellung nach wie vor die größte reine Biogasfachmesse der Welt. Zum zweiten Mal kooperiert der Fachverband Biogas bei der Planung und Durchführung mit der DLG. Und zum ersten Mal findet die BIOGAS Convention & Trade Fair in diesem Format in Nürnberg statt. „Damit sind wir nun im Zyklus“, erklärt da Costa Gomez mit Blick auf den zweijährigen Wechsel zwischen Hannover, wo die BIOGAS Convention in geraden Jahren im Rahmen der EnergyDezentral stattfindet, und Nürnberg, wo in ungeraden Jahren eine eigenständige, allein auf Biogas konzentrierte Jahrestagung und Fachmesse, die BIOGAS Convention & Trade Fair für die Branche organisiert wird. „Mit der Kooperation zwischen DLG und Fachverband Biogas ist uns die Konzentration der Biogas Messen auf je eine Veranstaltung im Jahr gelungen. Dies führt aber auch dazu, dass das Thema Biogas anders als in den letzten 15 Jahren auf der am Sonntag in Hannover beginnenden Agritechnica nicht mehr stattfindet“, macht da Costa Gomez deutlich.

Die angebotenen Produkte der Firmen haben sich in den vergangenen Jahren geändert. Waren in den Boomjahren vor 2014 vor allem Komplettanlagen-Hersteller auf dem Messegelände zu finden, hat sich die Angebotspalette in diesem Jahr verschoben auf Anbieter von Komponenten, auf BHKW-Hersteller, Rührtechnik und Gasaufbereitung. Der Fokus liegt dabei darauf, die bestehenden Anlagen zu optimieren, deren Effizienz zu steigern und über innovative Dienstleistungen die Kosten-Nutzen-Bilanz zu optimieren. Die Komplettanlagenbauer konzentrieren sich aktuell auf Güllekleinanlagen, die aktuell gefragt sind.

„Immerhin wird wieder investiert“, freut sich der Hauptgeschäftsführer. Nach dem EEG 2014 sah es kurzfristig so aus, als würde es mit der Branche gar nicht weiter gehen. Allein der Auslandsmarkt hat viele deutsche Biogasfirmen am Leben gehalten. Deutsches Know-How und der über die Jahre aufgebaute Technologievorsprung war und ist ein wichtiges Pfund, mit dem die Hersteller punkten können. „Made in Germany“ ist in der internationalen Biogasbranche ein großes Qualitätsmerkmal und zieht zahllose Interessenten aus dem europäischen und außereuropäischen Ausland nach Deutschland – auch zur BIOGAS Convention & Trade Fair.

Für die Akteure gestaltet sich der Markt mittlerweile komplett anders als in den 2000er Jahren. „Den Markt, wie wir ihn bislang kannten, gibt es nicht mehr“, erklärt da Costa Gomez. Allein über die Stromerzeugung und Vergütung durch das EEG kann sich eine Biogasanlage in Zukunft nicht mehr rechnen. Der Stromverkauf wird nur noch die Basis sein. Zusätzliche Erlöse müssen sich durch bedarfsgerechte Strombereitstellung ergeben. Auch wird der Düngewert der Gärprodukte wieder anders bewertet.

Auch über den zusätzlichen Erlös aus dem Wärmeverkauf bzw. über die Gasaufbereitung und den Einstieg in den Kraftstoffmarkt werden Biogasanlagen langfristig existieren können. „Im Wärmebereich und im Verkehrssektor muss der Klimaschutz schnellstmöglich Einzug halten!“ fordert da Costa Gomez. Hier bestehe dringender Handlungsbedarf. Mit dem Gasnetz stehe schon heute ein riesiger Speicher zur Verfügung, in dem zu Biomethan aufbereitetes Biogas über Monate gespeichert und ja nach Bedarf als Strom, Wärme oder Kraftstoff genutzt werden könne. „Wir sehen auch Perspektiven durch die Dienstleistung, die wir mit dem Anbau alternativer Energiepflanzen zur Diversifizierung der Landwirtschaft beitragen können“, ergänzt der Geschäftsführer.

Über die aktuelle Situation und die Zukunftsperspektiven der Branche werden sich die Besucher der BIOGAS Convention & Trade Fair in Nürnberg intensiv austauschen. Im großen Plenum am Mittwochvormittag geht es ganz aktuell um „Biogas 4.0 – Im Spannungsfeld zwischen Energie- und Klimapolitik“. Ergänzend zu den Vorträgen im Plenum und den Panels finden wieder zahlreiche Workshops statt, die den Teilnehmern einen intensiven Austausch ermöglichen.

Um dem großen internationalen Interesse nachzukommen werden viele Vorträge simultan ins Englische übersetzt und verschiedene Workshops auf Englisch angeboten; außerdem gibt es Angebote für Länderdelegationen. Am Mittwoch den 13.12. findet die traditionelle Abendveranstaltung statt, die in diesem Jahr den Ausklang der 25-Jahrfeier des Fachverbandes Biogas darstellt.

Mit dem neuen Konzept im Wechsel zwischen Hannover und Nürnberg bietet sich den Tagungsteilnehmern in Nürnberg ein eher familiärerer Charakter – fast wie bei der ersten Nürnberger Tagung vor zwölf Jahren. Die Messe widmet sich konzentriert dem Thema Biogas, die Wege sind kurz und übersichtlich. Es bleibt viel Zeit, sich auszutauschen, neue Ideen zu entwickeln und bestehende zu diskutieren.

„Biogas hat wieder eine Zukunft“, ist sich der Hauptgeschäftsführer sicher. „Sowohl in Deutschland als auch und ganz besonders in der Welt. Wir bieten die passenden Lösungen für viele Probleme – und dies wird immer häufiger erkannt.“

www.biogas-convention.com

Kurzinfo Fachverband Biogas e.V.
Der Fachverband Biogas e.V. vertritt die Biogasbranche im Dachverband der Erneuerbaren Energien, dem Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) e.V. Mit rund 4.800 Mitgliedern ist er Europas größte Interessenvertretung der Biogasbranche. Der Fachverband Biogas e.V. setzt sich bundesweit ein für Hersteller und Anlagenbauer sowie landwirtschaftliche und industrielle Biogasanlagenbetreiber. '
www.biogas.org
Dipl.-Ing. Andrea Horbelt
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Telefon: 0049 8161 / 984660
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Alexander Knebel
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