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Artenvielfalt im Energiepflanzenfeld

Freising.

+++ „Bienenstrom“ nun bundesweites Projekt ++ Ein Cent pro kWh für den Lebensraum der Insekten ++ Wildpflanzenanbau zur späteren Vergärung in Biogasanlagen eine Option für mehr Artenvielfalt +++

Mit dem richtigen Stromtarif die heimischen Insekten retten - das war bislang nur für die Kunden der Stadtwerke Nürtingen möglich. „Bienenstrom“ heißt die Marke aus der schwäbischen Kleinstadt südöstlich von Stuttgart, bei der ein Cent pro Kilowattstunde (kWh) verbrauchten Stroms in den Aufbau und die Pflege von Blühflächen fließt. Bei einem 3-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 3.600 kWh entspricht das einer Fläche von ca. 500 Quadratmetern, die über „Blühpaten-Landwirte“ in Lebensraum für Insekten verwandelt wird.

Seit dem Frühjahr 2018 gibt es das Kooperationsprojekt Bienenstrom im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Im letzten Jahr haben elf Landwirte insgesamt 14 Hektar Blumen und Wildkräuter angebaut. In diesem Jahr sind bereits sechs weitere Hektar dazu gekommen. Die mehrjährigen Pflanzen werden im Herbst geerntet und anschließend in Biogasanlagen zu Strom und Wärme umgewandelt.

„Bienenstrom ermöglicht es auch Nicht-Landwirten und gartenlosen Großstadtbewohnern, ihren Beitrag zum Insektenschutz zu leisten“, erklärt Dr. Stefan Rauh, Geschäftsführer im Fachverband Biogas e.V. „Wie sehr das Thema die Menschen beschäftig hat nicht zuletzt das große Interesse am Volksbegehren Artenschutz in Bayern gezeigt.“

In diesem Jahr wollen die Schwaben ihren Bienenstrom nun auch anderen Stadtwerken und Regionalversorgern zur Verfügung stellen – als Franchise-Modell. Die Strategie für diese bundesweite Öffnung wurde von den Stadtwerken und ihrem Kooperationspartner Biosphärengebiet Schwäbische Alp zusammen mit dem Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund und dem Fachverband Biogas e.V. entwickelt.

Darüber hinaus können Unternehmen über das so genannte Förderpatenmodell den Anbau von Wildpflanzenmischungen unterstützen. So oder so werden die gesammelten Gelder dazu genutzt, die Mindererlöse der Landwirte auszugleichen, die der Anbau von insektenfreundlichen Mischungen mit sich bringt.

Stefan Rauh freut sich über diese Entwicklung – und weist zugleich darauf hin, dass Bienenstrom lange nicht die einzige Option ist, Biogas und Artenschutz miteinander zu verbinden. Das
Wildpflanzenprojekt in Rhön-Grabfeld, die Silphienergie oder ganz aktuell die Patenschaft von Blühflächen sind nur einige von vielen guten Ansätzen.

„Sehr viele Landwirte sind bereit, insektenfreundliche Mischungen anzubauen“, weiß Rauh. Man dürfe bei der aktuell einseitigen Kritik an der Landwirtschaft aber nicht übersehen, dass der Wildpflanzenanbau für den Landwirt immer einen Ertragsverlust bedeute. Genauso wie der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel. „Wenn wir artenreiche und gesunde Landschaften wollen dürfen wir die Landwirte nicht alleine lassen“, fordert Rauh deshalb.

bienenstrom.de


Kurzinfo Fachverband Biogas e.V.
Der Fachverband Biogas e.V. vertritt die Biogasbranche im Dachverband der Erneuerbaren Energien, dem Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) e.V. Mit über 4.700 Mitgliedern ist er Europas größte Interessenvertretung der Biogasbranche. Der Fachverband Biogas e.V. setzt sich bundesweit ein für Hersteller und Anlagenbauer sowie landwirtschaftliche und industrielle Biogasanlagenbetreiber. www.biogas.org

Kontakt:
Fachverband Biogas e.V.
Andrea Horbelt
Pressesprecherin
Tel. 0 81 61 / 98 46 63
Mail: andrea.horbelt@biogas.org
Fachverband Biogas e.V.
Mareike Fischer
Fachreferentin Politische Kommunikation und International
Tel. 030 / 27 58 179 22
Mail: mareike.fischer@biogas.org