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46. Biogas-Praxistag

Roding.
Gärproduktaufbereitung: Technik, Gesetze, Nährstoffmanagement


Am 22. Mai trafen sich rund 40 Mitglieder der Regionalgruppe Oberpfalz zum 46. Biogas-Praxistag auf der Biogasanlage von Markus Schwarzfischer in Roding. Der Betreiber einer Abfallvergärungsanlage plante bereits 2011 seine Vakuumeindampfanlage, die schließlich 2014 als eine der ersten ihrer Art im Biogassektor in Betrieb ging. Die Vorteile der Anlage liegen in der Halbierung des Lagerraumbedarfs für Gärprodukte und der damit einhergehend Halbierung des Transportaufwands, einer sinnvollen und KWK-bonusfähigen Wärmeverwertung, der Produktion eines hochwertigen Düngerkonzentrats und der Gewinnung von ASL, welche per Definition als Mineraldünger zählt und nicht der 170 kg Grenze unterliegt. Der letzte Punkt erweist sich vor allem seit Inkrafttreten der neuen DüV als unerwarteter Vorteil, um den betriebseigenen organischen Dünger auf den eigenen Flächen optimal zu nutzen.

Im Anschluss an die Betriebsführung folgte ein Vortragsblock, in dem zunächst Regionalreferent Markus Bäuml einen Überblick zu aktuellen Themen wie Flexdeckel, Marktstammdatenregister und Artenschutz mit blühenden Energiepflanzen gab. Die Vorteile der Vakuumeindampftechnik stellte Firmenvertreter Michael Köhnlechner von MKR Metzger in seinem Vortrag „Lagerraum und Nährstoffbilanz im Griff“ vor. Er betonte, dass sich mit dieser Anlage eine nach DüMV (Düngemittelverordnung) deklarationsfähige ASL mit ca. 6,5 % N und 8 % S und Mineraldüngerstatus gewinnen lässt. Der stellvertretende Leiter des Fachzentrums für Agrarökologie in Amberg, Roland Schleicher, ging bei seinen Ausführungen auf den Status Quo der DüV sowie auf die Stoffstrombilanzpflicht ein. Eindringlich sensibilisierte er die Teilnehmer für die Notwendigkeit zur Erstellung der Dokumentationen. Die Dokumentationspflicht hat sich von der eigentlichen Düngemaßnahme deutlich zur Vorbereitung der Düngung verlagert. Als Beispiele nannte er die Düngeplanung aber auch die Notwendigkeit genauer Bodenuntersuchungen sowie die Auflagen in den „Roten Gebieten“. Auf das Gärproduktmanagement und die wasserrechtlichen Belange von Gärproduktlagerstätten ging Edgar Geitner vom AELF Neumarkt ein. Dabei stellte er ein Berechnungsprogramm zur Ermittlung des erforderlichen Gärproduktlagerraums ebenso vor wie die aktuelle Situation bei der Genehmigung neuer Anlagen und eine beispielhafte Berechnung über das Aufkommen von verunreinigtem Niederschlagswasser auf den Betriebsflächen.

Die technischen und organisatorischen Lösungsansätze für das Gärproduktmanagement erläuterte Leonhard Rösel vom AELF Neumarkt an Hand eines Praxisbeispiels und schloss mit dem Fazit, dass technische Lösungsansätze i.d.R. teurer und aufwändiger und für kleinere Biogasanlagen zu kostenintensiv sind. Hingegen könne durch die Kombination vieler kleinerer Maßnahmen, wie Fruchtfolgewechsel oder dem Wechsel zu energiereicheren Substraten die gewünschten Einspareffekte erreicht werden. Das Dienstleistungsangebot für das Nährstoffmanagement des MR Oberpfalz wurde von Julia Albrecht vorgestellt. Hierbei übernimmt der MR für den BGA-Betreiber die erforderlichen Dokumentationspflichten. Zum Schluss stellte Roland Reiter, Geschäftsführer der AEV, das von ihnen entwickelte Konzept zur Entstickung von Gärresten vor. Dieser neue verfahrenstechnische Ansatz soll einerseits dazu beitragen, teure Nawaros gegen kostengünstigere Wirtschaftsdünger auszutauschen, kann aber ebenso beim Nährstoffmanagement in Überschussregionen einen hilfreichen Beitrag leisten.

Markus Bäuml

Regionalreferent Süd-Ost im Fachverband Biogas e.V.