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Was sind eigentlich Ausschreibungen?

Bisher war es so, dass Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen, für jede eingespeiste Kilowattstunde eine feste Vergütung erhalten. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG, hat dies geregelt. Wer eine Biogasanlage geplant hat, wusste im Vorfeld, mit welchen Einnahmen aus dem Stromverkauf er über die gesetzliche Laufzeit von 20 Jahren kalkulieren konnte.

Das ist seit diesem Jahr anders. Wenn man eine Biogasanlage betreiben will, muss man künftig am Ausschreibungsverfahren teilnehmen. Pro Jahr wird eine bestimmte Menge an Strom aus Biogas (wie auch aus Sonne und Wind) festgelegt, die ins Stromnetz eingespeist werden darf. Als potenzieller Betreiber einer Biogasanlage kann man sich hierfür bewerben – und gibt einen Preis an, den man für die Kilowattstunde (kWh) Strom haben möchte. Wenn sich mehr Betreiber anbieten als Bedarf vorhanden ist, bekommt derjenige den Zuschlag, der das niedrigere Gebot eingebracht hat.

Wer den Zuschlag erhält bekommt diese Vergütung dann 20 Jahre lang. Auch Anlagen, die schon am Netz sind (sog. Bestandsanlagen), können an der Ausschreibung teilnehmen. Für sie verlängert sich der Vergütungszeitraum um 10 Jahre.

Mit den Ausschreibungen soll der Preis für die Stromerzeugung reduziert werden. Der Maximalpreis, der geboten werden darf, ist gesetzlich festgeschrieben und liegt je nach Anlage zwischen rund 14 (Neuanlagen) und 17 Cent (Bestandsanlagen).

Die erste Ausschreibungsrunde startet im September 2017. Danach wird man einen ersten Eindruck bekommen, wie das neue System funktioniert, und ggf. nachjustieren.

Der Fachverband Biogas bietet seinen Mitgliedern Intensivschulungen zum Ausschreibungsverfahren an. Hier finden Sie alles Wissenswerte zum nächsten – und vorerst letzten – Termin in Münster.

Wenn Sie noch eine grundsätzliche Frage zum Ausschreibungsverfahren haben schreiben Sie gerne eine Mail an: andrea.horbelt@biogas.org